Die Bezeichnung Nersihener wird von der Niers abgeleitet. Aus dieser ersten urkundlichen Erwähnung der Niers wird 855 n. Chr. zunächst NERSE, später NIERS. Der Stein gehört heute zum Fundus des Rheinischen Landesmuseums Bonn.
Seit dem 13. Jahrhundert wurde die bis dahin im Taltiefsten mäandrierende Niers nach und nach an den Talrand verlegt und begradigt, um Fallhöhe für Mühlenanlagen zu gewinnen. Bis zum Ende des 19. Jahrhundert entstanden so insgesamt 52 Mühlen an der Niers, im Mittel in einem Abstand von 2 km. Bei einem Gefälle von 25 cm pro km stand also für jede Mühle eine theoretische Fallhöhe von 50 cm zur Verfügung. Bereits vor der Industrialisierung entstanden dadurch erhebliche Hochwasser- und Überflutungsprobleme.
Durch die Entwicklung der Industrie, insbesondere der Textilbranche, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, und die damit verbundene rasante Bevölkerungsentwicklung kamen zusätzliche Probleme durch Abwasser und Schlamm hinzu. Da es damals noch keine Kläranlagen gab, entwickelte sich die Niers zu einem Abwasserkanal und Fische, Kleinlebewesen und Pflanzen, die bis dahin in großer Artenvielfalt vorhanden waren, starben aus.
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